Unsere Einordnung
Unsolved ergänzt klassische Escape-Spiele um einen anderen Schwerpunkt: Beobachten und Zusammenhänge begründen. Ihr öffnet keine beliebige Folge von Zahlenschlössern, sondern rekonstruiert einen Fall aus Bildern. Die begrenzte offene Auslage zwingt euch, Hinweise bewusst auszuwählen.
Redaktionelle Besprechung anhand offizieller Regeln und Verlagsangaben; kein eigener Spieltest.
Was macht ihr in diesem Spiel?
Ihr spielt drei Kapitel in der vorgesehenen Reihenfolge. In jedem Kapitel betrachtet ihr Bildkarten und verbindet Details zu einer Erklärung des Falls. Die Karten werden reihum weitergegeben, bis alle sie gesehen haben; über Beobachtungen dürft ihr sprechen und Notizen machen. Nur zwölf Karten können offen als Gedächtnisstütze liegen bleiben. Weitere gesehene Karten kommen verdeckt weg und stehen nicht erneut zur Ansicht bereit. Zum Schluss beantwortet ihr fünf Fragen und vergleicht eure Überlegungen mit dem zugehörigen Lösungsbogen. Richtige Antworten bringen Punkte, falsche Antworten kosten Punkte.
Mehr gesehen als auf dem Tisch bleiben darf
Die Beschränkung auf zwölf offen liegende Karten macht das Aussortieren zu einer eigenen Aufgabe. Ein zunächst unscheinbares Detail kann später wichtig werden. Sprecht deshalb darüber, was ihr auf einer Karte erkennt, bevor sie aus der offenen Auslage verschwindet. Die Anleitung erlaubt Notizen; perfekte Erinnerung ist keine zusätzliche, von uns angenommene Regel.
Am Kapitelende zählt, wie gut ihr die fünf Fragen anhand der Hinweise beantworten könnt. Die Lösung solltet ihr erst danach öffnen. Deshalb zeigen wir hier nur die Schachtel und keine vergrößerten Kartenmotive oder Auflösungen aus dem Fall.
Ein Abend oder drei Kapitel?
AMIGO nennt rund 45 Minuten pro Kapitel. Für den gesamten Fall mit allen drei Kapiteln ist entsprechend mehr Zeit einzuplanen; die tatsächliche Dauer hängt auch von euren Gesprächen ab. Die Kapitel bauen aufeinander auf und sind nicht als drei beliebig austauschbare Kurzfälle gedacht.
Das Spiel lässt sich allein oder gemeinsam spielen; die Anleitung enthält zusätzlich eine gegeneinander gerichtete Teamvariante. Der Finder bildet die gemeinsame Grundspielweise ab. Wer nach dem Abschluss weitergeben möchte, kann das unzerstörte Material weiterverwenden. Für dieselbe Runde bleibt aber die Kenntnis der Lösung bestehen.
Dafür kommt es infrage
- Ein Bilderkrimi allein oder gemeinsam mit bis zu sechs Personen
- Eine Runde, die Beobachtungen offen besprechen möchte
- Ein Fall ohne verpflichtende Begleit-App
Eine andere Richtung
Codenames Duett
Bei Codenames Duett sucht ihr ebenfalls gemeinsam nach Verbindungen, arbeitet jedoch mit Wörtern statt mit einem festen Kriminalfall. Neue Auslagen und Codekarten ermöglichen weitere Partien ohne bekannte Fallauflösung.
Vorher wissen
Die 45 Minuten gelten je Kapitel, nicht für alle drei zusammen. Die Kapitel werden in Reihenfolge gespielt. Das Material bleibt erhalten; wer die Lösung kennt, erlebt denselben Fall trotzdem nicht erneut unvoreingenommen. Verlagsalter: ab 16.
Was braucht ihr – und was bleibt?
- Spielweise
- Gemeinsam
- Lesen & Sprache
- Bildkarten im Mittelpunkt; Kapitelaufgaben und Lösungen in deutscher Sprache.
- App
- Nicht erforderlich
- Erneut spielen
- Material bleibt erhalten. Bekannte Lösungen begrenzen den erneuten Rätselreiz desselben Falls.
- Material
- 48 Bildkarten, zwei Abdeckkarten und drei Umschläge mit Lösungen. Keine Karte muss beschriftet oder zerstört werden. Für eigene Notizen Papier und Stift bereitlegen.
- Grundspiel
- Eigenständig spielbar
Die Verlagsdauer ist eine Orientierung; Erklärung und erste Partie können länger dauern.
